ist die zeit der maus gekommen?
was mich am meisten überrascht ist die sache, dass die medien so wenig rummel um das ganze ding machen. ich sah es zum ersten mal in dem im blog angekündigten beitrag auf 3sat und war einen ganzen tag aus dem häuschen. Dass das ganze jetzt so schnell geht, hab ich mir nie träumen lassen. so und jetzt muss ich das geheimnis endlich lüften:
EPOC kommt auf den markt. das ist ein ding (helm), mit dem man via gedanken und emotionen events auf dem computer steuern kann. zur anwendung kommt das ganze jetzt sicher einmal in rollenspielen, wo viel mit gefühlen und emotionen gearbeitet wird: der charakter sollte sich hierbei je nach emotion unterschiedlich verhalten und auch über gedanken steuerbar sein: wie gut das dann wirklich funktioniert, bleibt abzuwarten, doch war das, was ich bis jetzt gesehen hab, sehr impressive.
obwohl ich ein ziemlicher fan des spielens am computer (wii) bin, muss ich aber dennoch aus sicht des hci (human computer interaction) interessierten sagen: was für eine tolle sache für behinderte und alte menschen, die mit der maus und tastatursteuerung probleme haben.
ob die maus aber in zukunft (10 jahren?) verschwunden sein wird, wird eine spannende geschichte. wie der joystick (für richtungsangaben fand er nicht einmal auf der wii wirklich ersatz –> nunchuck controller) funktioniert auch die maus für bestimmte sachen ziemlich gut. bis jetzt scheiterten ja quasi alle versuche die maus zu ersetzen wirklich kläglich. das touchpad geht natürlich durch, weil wir aufgrund des größen(kleinheits)vorteils und die daraus resultierende mobilität bei notebooks uns qualitätseinbußen bei anderen dingen gefallen lassen. parallelbeispiele: das handy (schlechte tonqualität) oder near video on demand (wartezeiten, bis man einen gewünschten film ansehen kann –> somit streng genommen kein video on demand mehr)
wie auch immer, ich schweife gerne ein wenig im kontext herum, ist meines erachtens diese markteinführung ein weiterer wichtiger meilenstein in der human-computer-interaction interface entwicklung.
hier gibts die links:
haste is a form of violence.
soeben habe ich einen blog post auf 37signals gelesen, der auf alle fälle zum nachdenken anregt. dabei geht es ganz banal einfach um zeit oder eben gerade um das “nicht zeit haben”. jetzt ganz egal für was: ich bin wohl einer der letzten, der die ganzen vorteile des digitalen zeitalters verleugnet, doch muss ich zugeben, es fällt mir ziemlich schwer zu entschleunigen, bzw. den dingen die (zeit)relevanz zuzuordnen, die sie tatsächlich bedürfen. eines, was ich am meisten hasse, ist warten. warten ist leerzeit. für mich zumindest. doch ist es erstaunlich, dass anscheinend den leuten in der digitalen grauzone das warten völlig egal ist. stunden, tage,… nur warten auf den bus oder in irgendeiner schlange stehen. das liegt wohl daran, um das jetzt mal ganz informatisch zu sehen, dass sie eine zu uns völlig andere quality of service description haben. es ist wohl ein besonderes leiden von informatikern (vorzugsweise aber nicht nur), dass diese eine relativ kurze request to response erwartung haben. die erwartungshaltung ist dabei stocksteif die sofortige befriedigung von anfragen. und das immer und immer wieder: doch man muss sich verdammt nochmal eingestehen, dass nicht alle menschen high end rechner(netze) sind, die unserer (meiner) erwartungshaltung gerecht werden können. und hier noch der post:
I’m an extremely fast paced person and I’m learning to calm down and chill out. In a book I picked up recently this sentence is repeated in every chapter: “Haste is a form of violence.”
Those six words have slapped me across the face a few times lately. I notice that I am in such a rush to get things done that I don’t do them as well as I can. I go through hundreds of support email logs gathering times so I can average my reply speed, and in doing so I see hasty responses that could have been better had I spent just a little more time.
I stand in line for coffee and tap my foot thinking “Let’s go, let’s go, let’s go!” Then I realize how violent my need for speed may be. Waiting on the slowest barista ever is only going to cost a few minutes of my day.
I’m trying to stop focusing on a few minutes here and there and instead embrace a chance to lose them, knowing I’ll produce something of quality. (Not quantity.) I hope this is something I never stop learning.